UND WENN MAN SCHON EINMAL VERHEIRATET WAR?

Die katholische Kirche nimmt jedes Eheversprechen, wo und in welcher Form auch immer es gegeben wird, so ernst wie die Zusage Gottes an die Menschen selbst: beide gelten unbedingt. Das Eheversprechen ist daher nicht aufkündbar. Dem entsprechend ist eine Scheidung und Wiederverheiratung nach katholischem Verständnis grundsätzlich nicht möglich. Dennoch kann es Fälle geben, in denen eine kirchliche Trauung möglich ist, auch wenn ein Partner oder beide schon einmal verheiratet waren. In jedem Einzelfall ist dann sorgfältig zu prüfen, ob diese erste Ehe nach katholischem Verständnis und Kirchenrecht gültig zustande gekommen war. Weil die katholische Kirche vom hohen Wert der Ehe überzeugt ist, nimmt sie diese Prüfung sehr ernst - und räumt ihr viel Zeit ein. Die Klärung des SAchverhaltes geschieht auf dem Weg eines objektiven kirchenrechtlichen Verfahrens, das in der Regel zwei Jahre dauert. In der Fachsprache redet man bei einem solchen Prozess von einem "Ehe-Nichtigkeitsverfahren".

Ansprechpartner für das Vorgehen ist jeder Seelsorger oder jede Seelsorgerin oder direkt das bischöfliche Offizialat ("Gericht") des Bistums St.Gallen.

Adresse: Bischöfliches Offizialat, Klosterhof 6b, 9000 St.Gallen. Telefon 071 227 34 76

SEGENSFEIER BEI WIEDERVERHEIRATETEN

Falls Sie (oder Ihre Partnerin/Ihr Partner) kein Ehe-Nichtigkeitsverfahren anstreben wollen, Ihre neue Ehe jedoch trotzdem in einer Segensfeier unter den Schutz und Segen Gottes stellen wollen, dann steht es Ihnen offen, mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger Kontakt aufzunehmen, um die weiteren Schritte zu einer solchen Feier zu besprechen. Weitere Informationen dazu finden Sie HIER.